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2 Min. LesezeitVon Klemens Kaindl

Vibe Coding 2026: Was v0, Lovable und Cursor wirklich leisten

Drei AI-Tools im Vergleich, und warum man trotzdem verstehen muss, was man tut.

Vibe Coding ist überall. Kein Tool-Launch ohne die Versprechen, Websites und Apps zu bauen ohne Code schreiben zu müssen. Ich hab die drei populärsten Tools, v0, Lovable und Cursor, über Monate im echten Projekteinsatz genutzt.

v0 von Vercel

Für React-Komponenten ist v0 mein erster Stop. Du beschreibst eine UI, bekommst direkt funktionierenden Code mit Tailwind CSS zurück. Der Figma-Import funktioniert überraschend gut: Design reinziehen, saubere Komponenten kommen raus.

Wo v0 aufhört: individuelle Animationen, spezifisches Branding, alles was außerhalb von Standard-UI-Patterns liegt. Die Komponenten sehen alle etwas gleich aus. Für Generic-SaaS kein Problem. Für eine Website, die wirklich nach jemandem aussehen soll, braucht man mehr.

Lovable

Lovable arbeitest du auf App-Ebene, nicht auf Komponenten-Ebene. Supabase-Datenbank wird automatisch verdrahtet, Auth ist dabei, Deployment auf Knopfdruck. Letztes Quartal hab ich damit in zwei Stunden einen funktionierenden MVP für einen Client gebaut, der sonst eine Woche gedauert hätte.

Der Nachteil: man verliert schnell die Kontrolle über die Codebase. Sobald etwas Spezifisches gebraucht wird, das Lovable nicht kennt, wird's mühsam. Mein Workflow deshalb: Lovable für den ersten Wurf, Code exportieren, in Cursor weiterarbeiten.

Cursor

Cursor hat meinen Alltag am stärksten verändert. Das Besondere ist, dass es bestehenden Code versteht. Du beschreibst eine Funktion, Cursor refactored sie. Du zeigst auf einen Bug, Cursor erklärt ihn.

Bei Boilerplate, TypeScript-Typen und Tests spare ich schätzungsweise 30 bis 40 Prozent Zeit. Das ist meine ehrliche Einschätzung nach mehreren Monaten produktiver Nutzung, keine Marketing-Zahl.

Was keines dieser Tools kann

Gutes Design. Keines weiß, warum ein bestimmtes Spacing sich richtig anfühlt. Keines versteht, was eine Scroll-Animation emotional tut. Keines hat ein Gespür für Typografie.

Das hat mir klar gemacht, worin der eigentliche Wert liegt. Nicht im Abtippen von CSS, nicht im Schreiben von CRUD-Routes, sondern im Gespür dafür, wie sich etwas anfühlen soll.

Vibe Coding beschleunigt die Teile, die mich nie wirklich interessiert haben. Man kommt schneller zu den Teilen, die wichtig sind: Interaktion, Motion, das Detail, das aus einer Website eine Erfahrung macht.

Skills bleiben das Fundament

Wer denkt, diese Tools bedeuten, dass man Code nicht mehr verstehen muss, irrt sich. Cursor wird deutlich nützlicher, wenn man weiß, was man beschreibt. Lovable-Exports lassen sich nur dann sauber weiterbearbeiten, wenn man die Struktur lesen kann. v0-Komponenten integriert man nur richtig, wenn man versteht, was Tailwind macht.

Vibe Coding ist ein Multiplikator für bestehende Skills. Es ersetzt sie nicht.

Mein Toolstack 2026

  • Konzept und Struktur: Figma und eigener Kopf
  • Schnelle Komponentenprototypen: v0
  • MVP-Flows für Clients: Lovable, dann Code-Export
  • Tägliche Arbeit auf bestehenden Projekten: Cursor
  • Alles Individuelle: von Hand

Die Latte für Durchschnittsarbeit steigt gerade massiv. Was daraus folgt: mehr Nachfrage für Arbeit, die wirklich gut ist.

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