Website erstellen lassen: So läuft ein Projekt ab, von der Anfrage bis zum Launch
Wie ein Website-Projekt wirklich abläuft: sieben Schritte vom Erstgespräch bis zum Launch, was Sie vorbereiten sollten und wie lange das Ganze dauert.
Die meisten Unternehmerinnen und Unternehmer beauftragen im ganzen Berufsleben nur selten eine Website. Entsprechend fühlt es sich an: Man weiß ungefähr, was am Ende dastehen soll, aber nicht, was dazwischen passiert. Wer liefert wann was? Wann darf man noch etwas ändern? Und woran merkt man unterwegs, dass es gut läuft?
Das liegt nicht an den Kunden. Es liegt daran, dass unsere Branche gern über Ergebnisse redet und selten über Ablauf. Auf den meisten Agenturseiten steht, was am Ende herauskommt. Was in den Wochen davor auf dem Tisch liegt, steht nirgends.
Deshalb hier der ehrliche Ablauf, so wie ein Projekt bei mir tatsächlich läuft. Sieben Schritte, vom ersten Telefonat bis zur Betreuung nach dem Launch. Was Geld betrifft, halte ich mich hier kurz, das steht ausführlich im Schwesterartikel Was kostet eine Website in Österreich. Hier geht es um den Weg.
Schritt 1: Erstgespräch und Briefing
Am Anfang steht ein Telefonat oder ein Treffen, in Wien gern persönlich. Das dauert nicht lange, aber es entscheidet über den Rest.
Ich frage im Erstgespräch immer dasselbe, und zwar in dieser Reihenfolge:
- Was soll die Website erreichen? Anfragen, Terminbuchungen, Bewerbungen, Vertrauen vor dem ersten Anruf. "Präsenz zeigen" ist kein Ziel, sondern eine Ausrede.
- Wer soll sie lesen? Eine Zahnarztpraxis mit Angstpatienten braucht eine andere Seite als eine, die Aligner an Zwanzigjährige verkauft.
- Was ist die wichtigste Handlung eines Besuchers? Genau eine. Wenn alles gleich wichtig ist, klickt am Ende niemand.
- Wie groß wird das? Grob, in Seiten gedacht: Startseite, Leistungen, Über uns, Kontakt, dazu die Pflichtseiten.
- Welche Websites gefallen Ihnen? Und, fast wichtiger: welche nicht. Ein paar Links pro Richtung reichen. Sie können sich auch meine Projekte ansehen und sagen, was Sie davon anspricht.
- Budget und Wunschtermin. Beides früh, damit ich nicht an einem Konzept arbeite, das nicht in Ihren Rahmen passt.
Wenn ich diese Antworten habe, weiß ich, ob das Projekt zu mir passt und Sie wissen, mit wem Sie es zu tun haben. Bei mir ist das nämlich keine Kette aus Vertrieb, Projektleitung und Umsetzung. Konzept, Design, Code und spätere Betreuung mache ich selbst. Ein Ansprechpartner, vom ersten Satz bis nach dem Launch.
Schritt 2: Angebot mit Fixpreis
Danach schicke ich ein schriftliches Angebot. Fixpreis, keine Schätzung, keine Stundenabrechnung, die am Ende überrascht.
Drin steht: die Anzahl der Seiten, was gestaltet und entwickelt wird, dass die Seite auf allen Geräten funktioniert, die SEO-Grundoptimierung, das Hosting-Setup und der Zeitrahmen. Ebenso, was nicht drin ist: Texterstellung, Fotoshootings, Rechtstexte, Übersetzungen, laufende Werbung.
Die Preise sind gestaffelt nach Umfang: eine Website Lite mit einer bis drei Seiten liegt bei 1.500 €, Standard mit drei bis fünf Seiten bei 2.300 €, Pro mit fünf bis zehn Seiten bei 3.000 €. Ab elf Seiten sprechen wir darüber. Wer ein Backend mit Login und eigener Datenverwaltung braucht, rechnet 2.500 € dazu. Alles Endpreise, ich bin Kleinunternehmer und weise keine Umsatzsteuer aus. Die vollständige Aufstellung steht auf der Seite Preise.
Und Änderungswünsche? Innerhalb des vereinbarten Umfangs sind sie normal und eingerechnet, dafür sind die Feedbackrunden im Design da. Wenn mittendrin etwas Neues dazukommt, das nicht im Angebot steht, sage ich das offen, beziffere es und Sie entscheiden. Was ich nicht mache: still weiterarbeiten und am Ende eine Rechnung schicken, mit der niemand gerechnet hat.
Schritt 3: Konzept und Struktur
Jetzt kommt der Teil, den viele überspringen wollen, und der am meisten Ärger spart.
Wir legen den Seitenplan fest. Welche Seiten gibt es, was steht auf jeder davon, was ist die wichtigste Handlung pro Seite, wie kommt jemand von der Startseite dorthin. Dazu eine klare Liste, wer was liefert: Texte, Bilder, Logo, Firmendaten.
Warum die Texte vor dem Design kommen: Design ist die Form für einen Inhalt. Wenn der Inhalt fehlt, gestalte ich für Blindtext, und Blindtext hat immer die perfekte Länge. Der echte Text ist dann zu lang oder zu kurz, und plötzlich stimmt das Layout nicht mehr. Umgekehrt funktioniert es: Erst wissen, was gesagt werden soll, dann entscheiden, wie es aussieht.
Sie müssen dafür keine fertigen Werbetexte liefern. Stichworte pro Seite genügen oft, den Rest schleifen wir gemeinsam. Aber irgendjemand muss wissen, was auf der Leistungsseite eigentlich steht.
Schritt 4: Design
Dann kommt der Entwurf. Ich gestalte in der Regel zuerst die Startseite, weil sie den Ton für alles Weitere setzt, und danach die Innenseiten im selben System.
Mobil zuerst. Der größte Teil Ihrer Besucher kommt mit dem Handy, oft aus Google Maps heraus, oft unterwegs. Eine Seite, die am Desktop großartig aussieht und am Handy zerfällt, ist eine kaputte Seite. Umgekehrt geht es fast immer gut.
Danach folgen Feedbackrunden. Damit die etwas bringen, hilft eine einfache Regel: Beschreiben Sie die Wirkung, nicht die Lösung. "Das wirkt zu streng, die Leute sollen sich willkommen fühlen" ist Gold. "Machen Sie die Überschrift blau" ist eine Anweisung, die vielleicht das Symptom trifft und die Ursache verfehlt. Sammeln Sie Ihr Feedback außerdem gebündelt statt tröpfchenweise. Und wenn im Unternehmen mehrere mitreden: klären Sie vorher intern, wer das letzte Wort hat. Widersprüchliches Feedback aus mehreren Richtungen kostet mehr Zeit als jede Designentscheidung.
Schritt 5: Entwicklung
Jetzt wird gebaut. Ich entwickle mit Next.js, React und TypeScript, die Seite wird statisch ausgeliefert und läuft bei Vercel. Kein WordPress, keine Plugins, die man monatlich aktualisieren muss und die sich irgendwann gegenseitig zerlegen.
Das ist keine Geschmacksfrage, sondern eine Wartungsfrage. Ein Baukasten oder ein Standard-CMS schleppt Code mit, den Ihre Seite nie braucht, und jedes Plugin ist eine Tür, die jemand offen lässt. Statisch ausgeliefert heißt: Der Server schickt fertige Dateien, es läuft keine Datenbankabfrage bei jedem Aufruf. Das ist schnell und es gibt wenig, das kaputtgehen kann. Warum Ladezeit dabei mehr ist als ein Techniker-Hobby, habe ich hier aufgeschrieben: Warum ist meine Website langsam.
Die SEO-Grundlagen entstehen in diesem Schritt mit: saubere Seitenstruktur und Überschriftenhierarchie, individuelle Titel und Beschreibungen pro Seite, eine Sitemap, kurze Ladezeiten und die Anmeldung in der Google Search Console. Das ist das Fundament. Es ersetzt keine laufende SEO-Arbeit, aber ohne dieses Fundament bringt die auch nichts.
Barrierefreiheit fließt in den Grundzügen ein: ausreichende Kontraste, lesbare Schriftgrößen, Alternativtexte für Bilder, Bedienbarkeit per Tastatur, Formularfelder mit richtiger Beschriftung. Das kostet in der Entwicklung fast nichts und macht die Seite für alle besser.
Und die Pflichtseiten. In Österreich brauchen Sie ein Impressum nach § 5 E-Commerce-Gesetz und die Offenlegung nach § 25 Mediengesetz, dazu eine Datenschutzerklärung nach DSGVO. Diese Texte kommen von Ihnen beziehungsweise Ihrer Rechtsberatung, ich baue sie ein. Ich bin Webdesigner, kein Anwalt, und tue auch nicht so.
Schritt 6: Test und Launch
Vor dem Launch wird geprüft, und zwar nicht nur auf meinem Bildschirm.
Getestet wird auf Handy, Tablet und Desktop, in Chrome, Safari und Firefox. Jedes Formular wird abgeschickt, und zwar echt: Kommt die Mail an, landet sie im Spam, funktioniert die Bestätigung für den Absender. Alle Links werden geklickt. Telefonnummern und Adressen werden gegengelesen, weil genau dort Tippfehler am teuersten sind.
Dann der Umzug. Wir hängen Ihre Domain auf die neue Seite um, richten das Zertifikat ein und melden die Seite in der Google Search Console an, damit Google die neue Struktur sauber erfasst.
Wenn Sie bereits eine Website hatten, gehört ein Punkt dazu, der gern vergessen wird: Weiterleitungen. Alte Adressen, die in Google stehen, auf gedruckten Flyern oder in fremden Verzeichnissen verlinkt sind, müssen auf die passenden neuen Seiten zeigen. Ohne das landen Besucher auf Fehlerseiten und die aufgebaute Sichtbarkeit verpufft. Das ist beim Relaunch der häufigste vermeidbare Schaden.
Schritt 7: Nach dem Launch
Eine Website ist kein Möbelstück, das man einmal aufstellt. Öffnungszeiten ändern sich, Leistungen kommen dazu, Browser entwickeln sich weiter.
Dafür gibt es das Servicepack: 79 € im Monat für eine normale Website, 349 € im Monat, wenn ein Backend dahinterhängt. Enthalten sind Hosting und, falls nötig, die Domain, die Wartung, Sicherheits-Updates, Support, kleine Änderungen und monatliche Backups. Wenn Sie eine neue Telefonnummer haben oder ein Foto tauschen wollen, schreiben Sie mir und es ist erledigt.
Das Servicepack gehört bei mir zu jeder Website dazu. Nicht, um Sie zu binden, sondern weil eine ungepflegte Seite irgendwann zum Problem wird, meist genau dann, wenn es am wenigsten passt. Die Seite selbst gehört Ihnen, Domain und Inhalte ebenso.
Was Sie vorbereiten sollten
Je mehr davon zum Start bereitliegt, desto schneller geht alles:
- Logo, wenn möglich als Vektordatei
- Texte oder zumindest Stichworte für jede Seite
- Bilder in guter Auflösung, keine Screenshots aus WhatsApp
- Zugangsdaten zur bestehenden Domain, falls schon eine existiert
- Firmendaten fürs Impressum: Firmenwortlaut, Adresse, UID, Firmenbuchnummer, Behörde
- Beispiele für Websites, die Ihnen gefallen, und solche, die Ihnen nicht gefallen
Wie lange das dauert
Eine Landingpage steht in ein bis zwei Wochen. Eine vollständige Website dauert typischerweise vier bis acht Wochen.
Die Spanne kommt fast nie von der Technik. Sie kommt davon, wie schnell Inhalte und Feedback zurückkommen. Projekte, die am oberen Ende landen, warten in der Regel auf Texte, auf Fotos oder auf eine interne Abstimmung, wer eigentlich entscheidet. Projekte, die schnell fertig sind, haben meist eine Person auf Kundenseite, die zuständig ist und antwortet.
Wenn Sie einen Termin haben, an dem die Seite live sein muss, etwa eine Eröffnung oder eine Messe, sagen Sie ihn im Erstgespräch. Dann planen wir rückwärts. Mehr zu meinem Angebot und meiner Arbeitsweise finden Sie unter Leistungen auf der Startseite.
Häufige Fragen
Muss ich die Texte selbst schreiben?
Am besten liefern Sie Stichworte oder einen Rohtext pro Seite, weil Sie Ihr Geschäft besser kennen als ich. Die Formulierung schärfen wir dann gemeinsam. Wenn Sie gar nichts liefern können, besprechen wir das im Erstgespräch, denn dann braucht das Projekt mehr Zeit oder eine Texterin.
Kann ich die Seite später selbst ändern?
Kleine Änderungen erledige ich über das Servicepack, in der Regel innerhalb weniger Tage. Wenn Sie Inhalte regelmäßig selbst pflegen wollen, etwa Blogbeiträge oder Termine, bauen wir das von Anfang an als Backend-Erweiterung ein. Das ist eine Entscheidung, die wir vorher treffen, nicht nachträglich.
Was passiert mit meiner alten Website?
Die bleibt online, bis die neue fertig ist. Umgestellt wird erst am Launch-Tag, und zwar über die Domain, nicht durch Löschen. Alle alten Adressen bekommen Weiterleitungen auf die passenden neuen Seiten, damit weder Besucher noch Google im Leeren landen.
Brauche ich ein Cookie-Banner?
Nur, wenn tatsächlich einwilligungspflichtige Cookies oder Tracker im Einsatz sind. Eine schlanke Website ohne Tracking braucht keins, und dann bauen wir auch keins ein. Sobald Werbe- oder Analysewerkzeuge dazukommen, sieht die Lage anders aus. Die verbindliche Einschätzung dazu kommt von Ihrer Rechtsberatung.
Nächster Schritt
Wenn Sie das gelesen haben und denken, so ungefähr stellen Sie sich das vor: Schreiben Sie mir über das Formular auf der Seite Kontakt oder rufen Sie an. Ein paar Sätze zu Ihrem Vorhaben genügen, den Rest klären wir im Gespräch. Danach wissen Sie, was es kostet und wie lange es dauert, ganz ohne Verpflichtung.
Wer vorher noch Zahlen sehen will, findet die vollständige Übersicht unter Preise.
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